Was ist eine Depression ?

Was ist eine Depression ?


Die Depression ist eine psychische Störung mit Zuständen psychischer Niedergeschlagenheit als Leitsymptom .

In der Psychiatrie wird die Depression den affektiven Störungen zugeordnet .


Jeder Mensch kennt Phasen im Leben ,in denen es nichts gibt, worauf man sich freuen kann ,alles grau in grau erscheint ,man "deprimiert" ist .

So kann das Wetter ,die Berufliche Tätigkeit oder eine Private Enttäuschung als deprimierend erlebt werden .

Aber eine Depression im Medizinischem Sinne ist etwas anderes als eine vorübergehende Phase der Unlust ,der Niedergeschlagenheit oder ein Stimmungstief ,das bei fast jedem Menschen im Laufe des Lebens ein oder mehrmals auftritt .


Aus medizinisch - therapeutischer Sicht ist die Depression eine ernste Erkrankung ,die das Denken ,Fühlen und Handeln der Betroffenen beeinflusst ,mit Störungen von Körperfunktionen einhergeht und erhebliches Leiden verursacht .

Menschen die an Depressionen erkrankt sind ,können sich selten alleine von "ihrer gedrückten Stimmung" ,"Antriebslosigkeit" und ihren "negativen Gedanken" befreien.

Aber es gibt gute und effektive Möglichkeiten der medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung.


Eine Depression ist durch bestimmte Symptome gekennzeichnet .

Je nach Anzahl und Ausprägung der Symptome ,wird zwischen - leichter- mittelgradiger und schwerer Depression unterschieden .

Bei verschiedenen Betroffenen kann sich die Depression also unterschiedlich äußern und nicht immer sind alle Symptome vorhanden.


Hauptsymptome :


Gedrückte Stimmung

Depressionen gehen oft mit einer niedergeschlagenen, gedrückten Stimmung einher.

Manche Betroffene berichten auch von innerer Leere und der Unfähigkeit, eigene Gefühle wahrnehmen zu können. Sie geben an, sich wie versteinert zu fühlen.


Interesse oder Freudlosigkeit

Menschen mit Depression verlieren das Interesse an früher für sie bedeutsamen Dingen und Aktivitäten.

So machen beispielsweise Hobbys, der Beruf, Freizeitaktivitäten oder gemeinsame Unternehmungen mit der Familie oder dem Freundeskreis keine Freude mehr. Das Interesse daran ist „verloren gegangen“.


Antriebsmangel bzw. erhöhte Ermüdbarkeit

Im Rahmen einer Depression ist der Antrieb häufig gestört, d.h. Betroffene können sich nur schwer aufraffen.

Selbst die Erledigung alltäglicher Dinge wie Einkaufen, Aufräumen, Arbeiten usw. kann große Überwindung kosten, schnell zu Ermüdung führen und zum Teil einfach auch nicht bewältigt werden.

Die eingeschränkte Aktivität kann sich darüber hinaus in Gesichtsausdruck und Körperhaltung zeigen: Das Gesicht erscheint versteinert, die Bewegungen kraftlos. Auch das Treffen von Entscheidungen fällt schwer: Der Betroffene hat das Gefühl, wofür er sich auch entscheidet, es ist falsch.


Zusatzsymptome :


Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit

In einer Depression erreicht die Umwelt den an Depression Erkrankten nicht mehr richtig, die Dinge sprechen ihn nicht an.

Deshalb können Betroffene sich oft nicht erinnern, was vor kurzem passiert ist und machen sich dann Sorgen, zum Beispiel an einer Alzheimer-Demenz erkrankt zu sein.


Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen

Bei einer Depression sind Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen fast immer beeinträchtigt.

Dies äußert sich zum Beispiel in einem permanenten „Herumnörgeln“ an sich selbst.


Gefühl von Schuld und Wertlosigkeit

An Depression erkrankte Menschen suchen die Schuld meist bei sich selbst, nicht bei den Familienmitgliedern, den Kollegen oder der Gesellschaft.

Sie haben das Gefühl, die Fürsorge anderer gar nicht zu verdienen.


Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven

Depressionen sind immer von dem Gefühl begleitet, aus der Situation nicht mehr herauszukommen.

Betroffene sehen häufig keinen Ausweg mehr.


Suizidgedanken -/handlungen

Bei von Depression Betroffenen besteht häufig der Wunsch, der als aussichtslos und ausweglos empfundenen Situation irgendwie zu entkommen, bis hin zu dem Gedanken, sich etwas anzutun.


Schlafstörungen

Auch Schlafstörungen, meist Einschlafstörungen und ein frühes Erwachen sind ein typisches Symptom einer Depression.


Verminderter Appetit

Bei einer Depression ist oft auch der Appetit vermindert, das Essen schmeckt nicht mehr, was zu Gewichtsverlust führen kann.


Verlaufsformen

Die Erkrankung Depression unterscheidet sich von Mensch zu Mensch stark in der Form, der Schwere und dem Verlaufsmuster, sie hat „viele Gesichter“. Es gibt also nicht nur eine einzige Diagnose für Depression. Die häufigsten Erkrankungsformen sind:


Unipolare Depression

Die beschriebenen Diagnosekriterien kennzeichnen eine depressive Episode deren Dauer unterschiedlich lang sein kann: von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten. Sie ist oft davon abhängig, wie schnell eine Behandlung einsetzt. Treten im Verlauf des Lebens mehrere depressive Episoden auf, wird die Diagnose rezidivierende (wiederkehrende) unipolare Depression gestellt. Die ist bei der Mehrheit der Betroffenen der Fall. Zwischen den Episoden sind die meisten Betroffenen vollständig gesund. Die Zeit zwischen den Episoden kann unterschiedlich lang sein. Es gibt einiges, was selbst getan werden kann, um das auftreten depressiver Episoden zu verhindern (Rückfallprophylaxe)


Bipolare Depression

Bei dieser Erkrankung kommt es neben den depressiven Episoden auch zu manischen Episoden . Die manischen Phasen gehen mit übermäßig guter Stimmung einher, oft verbunden mit starkem Tatendrang, Ruhelosigkeit, fehlendem Schlafbedürfnis und auch Größenideen oder übertriebenem Optimismus. Diese Phasen können dann, manchmal über Nacht, wieder in depressive Phasen umkippen. Eine schnelle und konsequente medikamentöse Behandlung ist bei dieser Form der Depression besonders wichtig. Bipolare Erkrankungen sind deutlich seltener als die unipolare Depression.


Saisonal bedingte Depression (auch Winterdepression genannt)

Von saisonal bedingter Depression wird gesprochen, wenn sich Symptome einer depressiven Episode ausschließlich und wiederholt zu einer bestimmten Jahreszeit ,typischerweise im Herbst und Winter zeigen.

Neben den klassischen Symptomen einer Depression treten atypische Symptome wie Heißhunger statt Appetitverlust und vermehrter Schlaf statt Ein -und Durchschlafstörungen auf.



Medikamentöse Behandlung

Antidepressiva sind speziell zur Behandlung der Erkrankung Depression zugelassen. Sie sind eine wichtige Säule der Behandlung und werden mit Abstand am häufigsten angewendet. Der Einnahme von Medikamenten stehen viele Betroffene jedoch oft erst einmal skeptisch gegenüber. Die folgenden Hinweise sollten dabei helfen, besser zu verstehen, wie Antidepressiva wirken und warum sie ein wichtiger Teil der Behandlung sind.


Psychotherapeutische Behandlung

Die Psychotherapie ist eine der zwei Grundsäulen bei der Behandlung der Depression.

In einer Psychotherapie werden psychische Erkrankungen und ihre Begleiterscheinungen durch Gespräche und Übungen mit einem Psychotherapeuten behandelt.

Das konkrete Therapieziel wird vorher gemeinsam festgelegt.


Weitere antidepressive Behandlungen

Neben der medikamentösen und psychotherapeutischen Therapie ,werden zur Behandlung einiger Formen der Depression auch weitere somatische dh. körperbezogene Therapien durchgeführt .

Die drei wichtigsten sind :

Lichttherapie

Therapeutischer Schlafentzug

Elektrokrampftherapie

Diese somatischen Therapien werden in der Regel stationär, teilweise auch ambulant (Lichttherapie) durchgeführt.


Was Angehörige und Freunde tun können

Die Krankheit Depression kann einen Menschen völlig verändern. So ist es zum Beispiel möglich, dass ein früher lebenslustiger Partner auf einmal schwunglos wird, an Schuldgefühlen, innerer Leere und Hoffnungslosigkeit leidet. In ihrer Hilflosigkeit gegenüber der Depression entwickeln Angehörige oft selbst Schuldgefühle oder gar Ärger über den Erkrankten. Hält die depressive Phase länger an, können sich bei den Angehörigen Überlastung und Erschöpfungeinstellen, weil sie dem Betroffenen eine Vielzahl alltäglicher Aufgaben abnehmen müssen. Selbsthilfegruppen für Angehörige können für die betroffenen Familienmitglieder eine wichtige Hilfe sein.


Die folgenden Ratschläge gelten insbesondere für Angehörige von schwer depressiv Erkrankten:

Ziehen sie einen Arzt zu rate

Bleiben sie geduldig

Überfordern Sie sich nicht

Seien Sie zurückhaltend mit gut gemeinten Ratschlägen

Treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen





Verfasst von Nicki